Handlung und Szenario
Die Welt von Final Fantasy X nennt sich Spira und besteht aus einer großen Landmasse, die in drei Subkontinente unterteilt und von mehreren Inseln umgeben ist. Spira hat verschiedene Klimazonen, so gibt es die tropischen Inseln Besaid und Kilika sowie die moderate Mi'hen-Region, aber auch die arktischen Gebiete Macalania und Berg Gagazet.
Obwohl vorwiegend von Menschen bevölkert, gibt es auch andere Rassen in Spira. Unter ihnen sind die „Al Bhed“, eine technologisch fortgeschrittene, aber entrechtete Unterart der Menschen mit grünen spiralförmigen Pupillen und einer eigenen Sprache (die Buchstaben sind gegen andere Buchstaben vertauscht). Die Guado erscheinen mit ihren verlängerten Fingern und anderen subtilen Unterschieden weniger menschlich, sie haben zudem einen natürlichen Hang zu Magie und zum Beschwören von Monstern. Noch weniger menschlich erscheinen die großen, löwenartigen und einhörnigen Ronso und die froschartigen Hypello.
Spiras Flora und Fauna basiert nicht nur auf echten Tieren, wie unter anderem Hunden, Katzen, Vögel und Schmetterlingen, sondern wird auch von einigen fiktionalen Arten bevölkert, wie zum Beispiel den gigantischen amphibischen Schnus, die Elefanten ähneln, oder den in der Final Fantasy-Serie oft als Transportmittel verwendeten, emuartigen Chocobos mit gelbem Gefieder.
Spira unterscheidet sich stark von den hauptsächlich europäisch geprägten Welten früherer Final Fantasy-Spiele und ist eher Südostasien, vor allem in Vegetation, Topografie, Architektur und Namen, nachempfunden. Charakterdesigner Tetsuya Nomura gibt den Südpazifik, Thailand und Japan als wichtigste Einflüsse auf das kulturelle und geographische Design von Spira und insbesondere von Besaid und Kilika an. Weiterhin sagte er, dass sich Spira von den Welten vorangegangener Final Fantasy-Spiele am augenfälligsten im Grad der eingebrachten Details unterscheidet, welche er während der Entwicklung bewusst hoch zu halten versuchte. Auch wenn Südostasien thematisch sehr ausgeprägt ist, macht, wie andere Spiele der Serie auch, Final Fantasy X Anleihen bei andern Kulturen und nimmt Bezug auf Dämonologie, hinduistische, arabische, nordische und anderen Mythologien.
Charaktere
Die sieben spielbaren Charaktere in Final Fantasy X sind:
* Tidus ist der Protagonist und ein energischer und optimistischer Blitzballstar, stammend aus Zanarkand und Sohn des Blitzballspielers Jekkt, der vor 10 Jahren aus Zanarkand verschwunden ist.
* Yuna, ein 17-jähriges in Bevelle geborenes Medium, welches selbstlos und überlegt agiert und auch als Weißmagierin der Gruppe dient. Sie ist die einzige in der Gruppe, die fähig ist Bestias zu beschwören.
* Kimahri Ronso, Ausgestoßener der Ronso mit einem abgebrochenen Horn. Er spricht selten ein Wort und widmet sich ganz dem Schutze Yunas.
* Wakka, ein freundlicher Blitzballspieltrainer der Besaid Aurochs und streng gläubiger Anhänger Yevons, er kennt Yuna und Lulu seit deren Kindheit.
* Lulu ist eine oft zynische und barsche, aber wohlmeinende Schwarzmagierin. Yuna ist für sie und Wakka wie eine kleine Schwester.
* Auron, ein schweigsamer und nüchterner Ex-Kriegsmönch, der seine Gegner mit seinem Breitschwert das Fürchten lehrt.
* Rikku ist ein 15-jähriges kesses Al Bhed-Mädchen mit weitreichenden Kenntnissen von Maschinen aller Art und im Bereich des Stehlens.
Die wichtigsten Gegenspieler im Spiel sind Seymor Guado und die anderen Primas der Religion Yevons, während der marodierende Sin als Hauptquelle für Konflikte dient. Zusätzlich gibt es eine breite Palette an benannten Charakteren zur Unterstützung, die sich nicht nur aus den in anderen Final Fantasy-Spielen traditionell vorkommenden Figuren rekrutieren.
Charakterdesigner Tetsuya Nomura legte besonderes Augenmerk bei jeder Charakterentwicklung. So lehnte er Yunas Gesamterscheinung an das Aussehen von Okinawa-Kimonos an. Als er erfuhr, dass dieser Charakter den Besegnungstanz aufführen wurde, gab er ihrer Kleidung etwas, das fließen würde. Aus diesem Grund wählte er eine spezielle, langärmlige Kimono-Version, die Furisode. Zusätzlich verwendete er für ihr Kleid und ihre Halskette Blumen, die Yuna (Hibiscus tiliaceus) genannt werden, und ihr Name trägt die Bedeutung „Nacht“ im Okinawa-Dialekt. Im direkten Gegensatz dazu bedeutet Tidus’ japanischer Name, „Tida“, im Oikinawa-Dialekt „Sonne“. Nomura erklärte, dass diese subtilen Details vielleicht überflüssig seien, aber er wolle nicht, dass seine Designs ohne Erklärung dastehen[10].
Bei den Nebencharakteren konzentrierte sich die Hauptdesignerin für Nebencharaktere Fumi Nakashima besonderes darauf, dass die Charaktere, dank den für bestimmte Nationen und Kulturen charakteristischen Kleidungsstilen, leicht als zu ihren jeweiligen Gruppen zugehörig erkannt werden. Zum Beispiel verleihen ihrer Meinung nach die Masken und Schutzbrillen der Al Bhed der Gruppe ein „seltsames und exzentrisches“ Aussehen, während die Bekleidung der Ronso es ihnen ermöglicht, leicht in einen Kampf einzusteigen.
Geschichte
Final Fantasy X beginnt spät in der Geschichte. Hauptcharakter Tidus wartet mit seinen Gefährten außerhalb der zerstörten Stadt Zanarkand. Von diesem in medias res Anfang erzählt Tidus die Serie an Ereignissen, welche ihn in seine derzeitige Situation gebracht haben, diese langanhaltende Rückblende umfasst einen Großteil der Geschichte des Spieles. Die Rückblende beginnt im nicht-zerstörtem Zanarkand, einer Hightech-Metropole und Tidus' Heimatstadt, wo er ein bekannter Star des fiktionalen Unterwassersports Blitzball ist. Als Sin Zanarkand während eines Blitzballspieles angreift, wird Tidus — zusammen mit seinem langjährigen Wächter Auron — in die Kreatur gesaugt und findet sich nach seinem Erwachen allein in den Ruinen eines verlassenen Tempels wieder.
Tidus wird von einigen Al Bhed Taucher gerettet, eine von ihnen, Rikku, erzählt ihm, dass seine Stadt bereits vor eintausend Jahren zerstört wurde. Bevor er Zeit hat diese Nachricht greifen zu lassen, greift Sin wieder an und Tidus wird von den anderen getrennt. Schließlich wird er auf der tropischen Insel Besaid angespült, hier trifft er Wakka, Kapitän und Trainer des lokalen Blitzballteams, der Besaid Aurochs. Beeindruckt von Tidus' Fähigkeiten bittet Wakka Tidus sein Team beim kommenden Turnier in Luca zu unterstützen, außerdem schlägt er vor, dass Tidus einen von Wakkas Bekannten kennenlernen sollte.
Tidus wird Yuna vorgestellt, einem jungen Medium das in die Fußstapfen ihres verstorbenen Vaters, Sir Braska, tritt. Braska war ebenfalls ein Medium und gab zehn Jahre zuvor sein Leben im Kampf gegen Sin, seine Leibgarde waren Auron und Jekkt, Tidus Vater, der in Tidus' Zanarkand auf dem Meer vermisst wird. Tidus trifft in Besaid auch auf Lulu und Kimahri, welche zusammen mit Wakka, Yunas Leibgarde bilden und sie auf dem Weg nach Zanarkand begleiten, damit Yuna die Hohe Beschwörung erhält und Sin besiegen kann.
Die Gruppe reist mit dem Schiff nach Kilika – wo sie erneut auf Sin treffen, welcher die Stadt verwüstet – und nachdem Yuna im örtlichen Tempel eine neue Bestia zu beherrschen lernt - nach Luca. Nach dem dortigen Blitzballturnier schließt sich Auron der Gruppe an. Nicht lange nach einem weiteren Zusammentreffen mit Sin, der eine gesamte Armee der Bürgerwehr vernichtet hat, stößt Rikku zu ihnen und stellt sich als Yunas Cousine heraus.
Die Gruppe trifft außerdem auf Seymor Guado, Anführer der Guado und ein Primas von Yevon. Obwohl er sich anfangs als Verbündeter präsentiert und die Gruppe sogar unter der Kontrolle des Spielers in einem Kampf unterstützt, wird es später offensichtlich, dass er ein Wahnsinniger ist, der mit Sin verschmelzen will um die Bevölkerung Spiras mit dem Tod zu „beschenken“. Aus diesem Grund versucht er Yuna zu zwingen ihn zu heiraten, so dass er ihre letzte Beschwörung und damit Sin werden kann. Auch wenn die Gruppe ihn im ersten Kampf tötet, bleibt er ungesegnet und kehrt in etlichen weiteren Kämpfen zurück.
Zu selben Zeit wächst Yuna Tidus ans Herz, aber zu seinem Grauen erfährt er, dass Yuna stirbt, wenn sie ihre Pilgerreise beendet und die Hohe Beschwörung gegen Sin einsetzt. Yuna ist sich ihres Schicksals bewusst und möchte mit ihrem Leben den Leuten Spiras die Stille Zeit, den kurzen Frieden nach Sins Zerstörung, bescheren. Verkompliziert wird die Sache als Auron Tidus eröffnet, dass sein Vater Jekkt noch lebt, allerdings zu Sin wurde. Tidus nimmt sich vor einen Weg zu finden um seinen entfremdeten Vater zu befreien und Sin endgültig zu besiegen ohne dafür Yunas Leben zu opfern.
Kurz bevor die Gruppe Zanarkand erreicht, erfährt Tidus, dass sein Vater, er und das Zanarkand aus dem sie kommen „Träume“ sind, beschworene Wesen ähnlich den Bestia. Ihre Stadt, das „Traum-Zanarkand“, wurde eintausend Jahre vorher, als während des als „Maschina-Krieg“ bekannten Konflikts Yevon, Anführer Zanarkands und mächtiges Medium, verzweifelte Maßnahmen ergreift um die Erinnerung an Zanarkand zu bewahren, erschaffen. Er ließ die Überlebenden der Stadt zu Asthra werden um aus ihren Erinnerungen eine neue Stadt als Ebenbild Zanarkands zu beschwören, weit abseits des Kampfes auf Spiras Festland. Sin wurde zur selben Zeit von Yevon geschaffen, um als Rüstung für ihn und die Asthra zu dienen. Während der andauernden Beschwörung des Traum-Zanarkands verlor Yevon seine Menschlichkeit und wurde als „Yu-Yevon“ („Der Fluch Yevons“) bekannt, ein Wesen das lediglich existiert um die Existenz Traum-Zanarkands zu sichern. Im Verlauf der nächsten eintausend Jahre attackiert Sin immer wieder die Einwohner Spiras um zu verhindern, dass sie sich technologisch so weit entwickeln, dass sie das Traum-Zanarkand finden.
Sobald der Spieler Yunas Pilgerreise nach Zanarkand beendet – und damit Tidus' ausführliche Rückblende der bisherigen Ereignisse abschließt – erfahren Yuna und ihre Gefährten vom nicht-gesegneten Geist Yunalescas – Tochter Yevons und erstes Medium das Sin besiegte – dass die Hohe Beschwörung aus dem Geist von jemanden geschaffen wird, der dem Medium sehr nahe steht. Des Weiteren erklärt sie, dass Yu-Yevon nach dem Tod Sins von der Hohen Beschwörung Besitz ergreift und sie zum neuen Sin macht. Zusätzlich erfährt der Spieler, dass auch Auron den Tod fand als er vor zehn Jahren Yunalesca nach dem Tod Jekkts und Braskas attackiert, aber niemals gesegnet wurde. Yuna und ihre Leibgarde beschließen einen neuen Weg zu suchen um Sin zu besiegen: einen der Sin für immer zerstört und keine weiteren Opfer verlangt. Ohne die Hohe Beschwörung erhalten zu haben greift die Gruppe mit Hilfe eines Al Bhed Luftschiffs Sin direkt an und dringt in seinen Körper vor.
Im Inneren Sins kämpft die Gruppe mit Seymor, Jekkts gefangenem Geist und schließlich mit Yu-Yevon selbst, es gelingt ihnen alle zu besiegen und ins Abyssum zu schicken. Damit beenden sie den Zyklus von Sins Tod und Wiedergeburt für immer. Auron tritt ebenfalls ins Abyssum über, nachdem er seine Versprechen an Jekkt und Braska erfüllt hat, auf ihre Kinder aufzupassen. Endlich sind auch die Geister der Asthra aus ihrem Gefängnis befreit und damit lösen sich die Bestia, Traum-Zanarkand und Tidus auf. Obwohl Yuna den Verlust Tidus' betrauert, ermuntert sie die Einwohner Spiras neue Wege zu beschreiten nun da Sin nicht mehr existiert, allerdings erinnert sie sie auch daran, die Leute die dem Konflikt zum Opfer fielen nicht zu vergessen.
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